6 schwitzende Männer in der Stadt der Liebe…

Auch dieses Jahr haben wir eine Sommertour gemacht. Nachdem wir in den letzten Jahren immer mehrere Orte angesteuert haben, beschränkten wir uns dieses Jahr auf eine Stadt: Paris! Internetrecherchen im Vorfeld haben eindeutig gezeigt, dass man sich in Paris sehr lang aufhalten kann ohne einen Spot zweimal zu fahren. Die Reisegruppe bestand aus Thomas, Toni, Schippe, Sims, David und Robert (von links nach rechts auf diesem Foto: Klick!). Losgehen sollte es eigentlich am Samstag den 23.08. in Köln. Da aber im Vorfeld schon einiges passierte starte ich mit der Berichterstattung bereits am Mittwoch. Die rot geschriebenen Wörter sind verlinkt, um euch nähere Infos zu Spots oder Sonstigem zu geben. Viel Spaß...

Mittwoch, 20.08.

Die Tour ging wie gesagt in Köln los und somit trudelten alle nach und nach im Basislager, der Wohnung von David und Sims, ein. Sims verdient sich neben dem Studium ein paar Euro als Kassierer in der Abenteuerhalle in Köln Kalk, die auch den Suzuki Bike&Skatepark umfasst. So kam es, dass wir am Abend dort ein wenig fahren wollten. Der Spaß ging nicht lang, da entweder Robert ein paar Gramm zu viel oder seine Demolition-Kurbel ein paar Gramm zu wenig hat: Kurbelbruch! Und das kurz vorm Urlaub! Damn!

Donnerstag, 21.08

Am nächsten Morgen ging es gleich in den Peoples Store. Für die Jungs dort war eine gebrochene Demolition-Kurbel wohl schon reine Gewohnheit. Das Ding wurde eingeschickt und Robert bekam eine gebrauchte Ersatzkurbel, die Bruno Hoffmann vorher gefahren ist. Wird sie magische Kräfte auf Robert übertragen? Am Abend trafen wir uns alle bei Nadine auf ein paar Bier. Toni und Schippe kamen auch aus Plauen angereist und hatten eine schlechte Nachricht im Gepäck: die Kupplung von Tonis Bus ist auf der Fahrt kaputt gegangen. Das nächste schlechte Zeichen. Es wurden bereits erste Ausweichpläne (Zug?!) geschmiedet. Sollte die Tour etwa abgesagt sein?

Freitag, 22.08.

Niemals! Der Bus wurde am frühen Morgen in eine Werkstatt gebracht. Glücklicherweise konnten sie das fehlende Teil besorgen, der Einbau sollte aber bis mindesten Samstag Nachmittag dauern. Robert nutze die freie Zeit und machte sich schon mal mit der Kamera vertraut. Wenn jemand gerne sehen möchte wie wir die Wohnung verlassen, zum Kaufland fahren, 1 Stunde einkaufen und wieder zurück fahren, dann soll er sich bitte an Robert wenden. Es wurde alles dokumentiert. Alles! Von der Nudelsoße über die Leberwurst bis hin zum Bier. Sehr amüsant. Unglücklicherweise hat es den ganzen Tag geregnet. Erst am späten Abend konnten wir noch ein Stündchen an den Kaufland-Banks fahren.

Samstag, 23.08.

Der Tourstart war eigentlich für 3 Uhr morgens vorgesehen. Aber für uns hieß es erst mal ausschlafen und dann auf den Bus warten. Robert, Schippe und Thomas fuhren noch ein wenig bei der weltbekannten Salatschüssel. Roberts Unterschenkel machte Bekanntschaft mit der Pedale. Und weil es so schön war natürlich gleich zweimal. Der Bus war gegen 15 Uhr startklar. Also hieß es nur noch: Beladen, einsteigen, los! Komischerweise dauert das bei uns trotzdem 4 Stunden. Wir haben uns zwar bereits am ersten Autobahnkreuz verfahren, aber ansonsten waren wir recht zügig in Paris. Gegen halb 2 Uhr nachts kamen wir am Campingplatz in Versailles, einem Vorort von Paris, an. Da dieser natürlich schon zu hatte hieß es: Bier auf, Schlafsack raus, auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz schlafen.

Sonntag, 24.08.

Nachdem wir gegen 8 von Regentropfen im Gesicht geweckt wurden haben wir unser Lager in das Gelände verlegt. Der Zeltplatz ist sehr zu empfehlen! Er ist schön angelegt, alles ist sauber und der Preis geht auch klar (350€ für 6 Personen, 2 Zelte und ein Auto für 5 Nächte). Als alles soweit stand starteten wir Richtung Paris. Nachdem ein paar von uns vor 6 Jahren schon mal in den „Genuss“ kamen die 20km mit dem Rad nach Paris zu fahren entschlossen wir uns den Zug zu nehmen. Erste Station war natürlich der Eiffelturm. Schickes, großes Ding! Leider war es etwas verregnet und so wussten wir nicht so richtig was wir machen sollten. Sims hatte dann auch schnell den ersten Platten. Super Start! Nach dem Flicken sind wir in einer Büro-Hochhaussiedlung nahe der U-Bahn Station Beaugrenelle gefahren. Da es Sonntag war, war dort nicht wirklich was los. Es war zwar vieles durch die Nässe nicht fahrbar (sehr glatt) aber wir fanden einen überdachten Spot: eine Treppe mit einer Bank, an deren oberen Ende ein Geländer stand. Checkt das Foto vom Sims: Klick! Wenig später fuhren wir noch in einer ruhigen Straße, in der es eine Tischtennisplatte, Bänke und eine mit Stoppern versehene Baumeinfassung aus Backsteinen gab. Während sich die einen die Zeit mit Fahren und BMX-Balancier-Heben (Rekord: 1:01 Minuten von Thomas) vertrieben mussten Robert, Schippe und Sims (er sogar 2 oder 3 mal) flicken. Wenig später sorgte ein Ventilabriss an Davids Rad für den Schlussstrich dieses ersten Tages. Ziemlich ernüchternd! Es kann nur besser werden...

Montag, 25.08.

Und es wurde besser. Das Wetter war bombig! Als Ziel hatten wir uns das Spotparadies „La Defense“ ausgesucht. Also wieder ab in den Zug und los! Wenn man dort aus der U-Bahn raus kommt ist man zunächst erst mal von der Größe des Grande Arche fasziniert. Nach ein paar Minuten fingen wir an uns auf dem Vorplatz ein wenig warm zu fahren. Das ging aber nicht lange gut! Toni hat es bei einem Manual das Brett unter den Füßen weg gerissen. Er konnte sich nicht mehr abfangen und ist mit dem Kinn auf dem Beton aufgeschlagen: Platzwunde, ab ins Krankenhaus! Während er mit Sims irgendwo in Paris in einem Krankenhaus war, verbrachte der Rest den Nachmittag am Grande Arche. Wir fuhren ein wenig, beobachteten einen Hausbrand und David ließ sich von einer Taube ankacken. Haha... Als die beiden dann mit genähtem Kinn zurück kamen fuhren wir noch gemeinsam an der aus Roadfools Europe bekannten Treppe mit der Haifischflosse und diesem "Ding zum Grinden" davor. Natürlich durfte auch hier der obligatorische Platten von Sims nicht fehlen. Hier gibt es Action-Fotos von Sims und Robert Als wir später noch unweit von La Defense in einer aus Backsteinen gebauten Bowl-Landschaft fahren wollten empfahl uns ein junges Mädchen nach wenigen Sekunden: „Geht so schnell ihr könnt! Hier ist es sehr gefährlich für euch!“. Na gut, dann eben nicht! Langsam wurde es auch dunkel und wir machten uns auf den Heimweg. Wir machten noch einen Abstecher zum Arc de Triomphe. Fotos machen, 2 Runden in diesem riesigen Kreisverkehr bei Nacht und weiter Richtung Eiffelturm. Später saßen wir am Palais de Chaillot und beobachteten den Turm, der abwechselnd in strahlendem Blau leuchtete oder funkelte wie verrückt. Sehr schön anzusehen. Sims nutze die Zeit um noch ein wenig Rad zu fahren und war gleich hinter dem Turm die zweite Attraktion. Als wir später in Versailles ankamen wollten wir eigentlich noch einmal das Schloss bei Nacht besichtigen. Leider kam auf halbem Weg wieder der Regen dazwischen und so saßen wir eine Stunde wie die Dorfjugend an der Bushaltestelle. Und weil es so schön zur Gesamtsituation passte hatte diesmal zur Abwechslung Robert auf dem Heimweg einen Platten. Sind wir verflucht?

Dienstag, 26.08.

Der Tag startete mit einer vergebenen Spotsuche in Ivry-Sur-Seine, einem Vorort südöstlich von Paris. Eigentlich haben wir nach einem öffentlichen Park mit kunterbunten Sitzgelegenheiten und Baumeinfassungen gesucht. Wenn es die Einheimischen nicht kennen, dann nenne ich das mal einen Secret Spot. Weiter ging es dann zu dem aus dem Video „Federal in Paris“ bekannten Bowl, der mit einer Weltkarte verziert ist. Dort fuhren wir eine ganze Weile, Schippe und Sims hatten mal wieder einen Platten. Als wir gerade weiter wollten kamen ein paar Locals, mit denen wir dann zu einem Metall-Park in Bercy gefahren sind. Der war nicht wirklich der Hit, aber Robert hatte seinen Spaß mit ewig langen Grinds. Gleich neben dem Park steht das Palais Omnisports, dass man in Zeiten von Internetvideos eigentlich auch kennen müsste. Dort gibt es gefühlte 2 Millionen Curbs und Ledges, riesige Wiesenbanks und um die Ecke auch ein paar Rails. Auf dem Weg zu U-Bahn Station kamen wir noch am Ufer der Seine unterhalb der Bibliotheque Francois Mitterand an ein paar schönen Spots vorbei. Der Security hatte allerdings etwas dagegen: „No Freestyle here!“ Dann gehen wir eben. Nach einer Fahrt mit einem kleinen Fahrstuhl (6 Mann, 6 Fahrräder, 6 Rucksäcke in einem Fahrstuhl für 10 Personen? Sehr eng, aber ging!) standen wir vor der Bibliothek, die wirklich sehr schön anzusehen ist. Noch ein paar Fotos und dann ab mit dem Zug nach Hause.

Mittwoch, 27.08.

Der Tag begann im Park Albert Citroën. Leider durfte man dort nicht Rad fahren, aber wir nutzten die Zeit um ein paar Fotos zu machen (Checkt das Suchbild: Klick...) und an einer Brunnenanlage zu chillen. Später fuhren wir doch noch etwas an einem etwas versteckten Block. Und es kam wie es kommen musste: Sims – Platten. Mal wieder! Von dort aus fuhren wir zum Tour Montparnasse. Das 210m hohe Gebäude ist nach dem Eiffelturm (324m) das Höchste in Paris. Leider durften wir auch dort nicht fahren und so sind wir weiter zum Place St. Germain Des Pres. Dort steht ein Brunnen mit einer komischen Metall-Skulptur. Sims nutzte diese als Abschussrampe. Leider hat er sich bei einer Landung den Daumen etwas geprellt. Weiter ging es dann zum Louvre, dem Museum mit der Glaspyramide. Neben der Großen stehen dort auch noch ein paar kleinere Pyramiden an denen Schippe und Thomas ein paar Wallrides machten. Der Security fand das nicht ganz so lustig wie wir, aber wirklich böse war er auch nicht. Als nächster Spot stand „Les Halles“ auf der Liste. Die Sonnenuhr in Form einer Welle zählt zweifellos zu den berühmtesten Spots der Stadt. Wir konnten circa eine halbe Stunde ungestört fahren bevor wir von der Polizei gebeten wurden den Spot zu verlassen. Mit 2 Locals fuhren wir ein paar Meter weiter zu einem großen Springbrunnen. Dort waren zu viele Menschen und so beschlossen wir zum Campingplatz zu fahren. Wir hatten ja noch Großes vor: Spezial-Pudding essen am Schloss von Versailles. Da es dort allerdings keine schöne Wiese gab, zogen wir uns auf eine ruhige Sitzbank an einer großen Straße zurück. Der Pudding war nicht so toll, aber naja!

Donnerstag, 28.08.

Als erstes Stand ein kleiner Spot auf dem Boulevard St. Martin in der Nähe vom Place de la Republique auf dem Plan. Dort gab es ein paar Curbs, Treppen, Bänke und andere kleinere Spielereien. Danach ging es zum BMX Shop „La Cremerie“ – Schläuche kaufen! Dann gab es etwas Sight-Seeing: Sacre-Coeur und Montmartre. Postkarten und Andenken kaufen, etwas essen und chillen. Den nächsten Spot bezeichnet Schippe als den Besten der ganzen Tour: Im Park von Clichy steht neben einem Metallpark in dem Robert sich an sämtlichen Curbs verausgabte eine riesige Betonwelle, an der man sich einfach nur hoch- und wieder runterschießen konnte. Sehr geil! Nachdem uns die Gegend auch ein wenig komisch vorkam und viele kleine Kinder uns und unsere Rucksäcke umringten sind wir mit der U-Bahn zur Champs-Elysees gefahren. Von da aus ging es mit dem Rad weiter zu Le Dome (Palais de Tokyo), einem sehr bekannten Skatespot. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Seine und den Eiffelturm und so saßen wir eine Stunde rum. Als wir gerade gehen wollten kam Robert auf die Idee, die große 17er Ledge zu rutschen. Er kam gut rauf, rutschte auch gut aber wollte sich beim Abgang mit einem Fuß abstützen. Leider hat das etwas weh getan. Irgendwas ist geprellt. Dementsprechend gab es auch keinen zweiten Versuch. Auf dem Weg zum Zug sind wir noch einmal am Eiffelturm vorbei, sozusagen zum „Tschüß“ sagen.

Freitag, 29.08.

Früh aufstehen, Sachen packen! Nachdem wir den Zeltplatz verlassen haben sind wir in einen dieser sogenannten Hypermarches. Ein riesiges Einkaufszentrum mit einer Angebotsvielfalt bei der kein Markt in Deutschland mithalten kann. Also noch schnell Zeug fürs Frühstück und die Heimfahrt gekauft und weiter zum letzten Spot unseres Paris-Aufenthalts: dem Skatepark im 18. Bezirk. Dort hat die Stadt Paris für 3,5 Millionen € einen Skatepark inklusive Erste-Hilfe-Station, Toiletten, Aufenthaltsraum, 3 Meter hohem Zaun usw. gebaut. 3 Securities achteten darauf, dass auch wirklich nur Leute reinkommen, die auch fahren wollen. Da wir von verschiedenen Locals vor der Gegend gewarnt wurden und unsere Autos bis unters Dach vollgestopft waren fragten wir, ob wir sie im Gelände parken durften. Geht klar! Toller Service. Trotz all dieser kostenintensiver Fakten muss man verrückterweise trotzdem keinen Eintritt zahlen, allerdings besteht Helmpflicht. Der Park sieht aus wie geleckt und hat einige sehr schöne, aber auch ein paar sehr fragwürdige Obstacles zu bieten. Irgendwie sind nur Schippe und Thomas wirklich gefahren. Der Rest hatte entweder Schmerzen oder akute Unlust. Kurz vor Abfahrt hat es dann auch Thomas mal getroffen, der bis dahin weder einen Platten noch einen körperlichen Schaden erlitten hat: Knie an den Vorbau: anwinkeln war nicht mehr möglich und schön dick war es auch. Das war der fahrerische Schlusspunkt, dann ging es gegen 19 Uhr nach Hause. Auf dem Plan stand noch ein Zwischenstopp im holländischen Heerlen zum Kauf von Kaffee. Leider waren wir 9 Minuten zu spät am bevorzugten Coffeeshop. Eine kleine Rundfahrt durch die City brachte keine Zweitlösung und so fragte Thomas einfach mal die, die es am besten wissen müssen: die Polizei! Die waren sehr hilfsbereit und telefonierten noch rum, aber auch der zweite Shop der Stadt hatte schon zu. Naja, ist eh ungesund! Also weiter nach Köln, noch eine Runde Fotos anschauen und ab ins Bett.

Samstag, 30.08.

Sims, Toni und Schippe gaben den Traum vom holländischen Kaffee nicht auf und fuhren noch einmal nach Heerlen. Die Stadt hat auch eine sehr geile Halle zu bieten! Robert wollte seine Kurbel wieder gegen eine neue tauschen. Leider war diese noch nicht da. Thomas ist am Nachmittag wieder zu seiner Freundin und Robert, Toni und Schippe fuhren am Abend wieder Richtung goldener Osten. Die Kölner Sims und David hatten ihre Wohnung wieder für sich und der Alltag konnte wieder einziehen!

Zusammenfassend kann man sagen, dass die diesjährige Tour bedingt durch den Stress mit der Kurbel und dem Auto, den vielen Platten und den Verletzungen etwas anstrengender war als die Jahre zuvor. Trotzdem war es eine sehr schöne Woche mit vielen dummen Sprüchen und lustigen Situationen. Paris ist auf jeden Fall eine Reise wert. Auch wenn es Gegenden gibt, die einem nicht ganz so geheuer sind, so hat diese Stadt doch einen besonderen Charme. Wir haben lange nicht alle Spots gesehen. Leider wurden wie auch oft weggeschickt. Aber im Gegensatz zu Deutschland sind die Polizisten und Securities sehr freundlich. Ein wenig hat auch das umherreisen gefehlt. Ich denke aber, dass wir nächstes Jahr wieder mehr rumfahren. Routenvorschläge werden gerne angenommen. Demnächst wird es auch mal ein kleines Video geben. Viel Spaß beim Fotos anschauen. Vielen Dank an alle die mit waren.

Hier gehts zu den Fotos

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3 Kommentare

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  1. Eintrag Nr: 1 von: David Hellmann
    Sonntag. 21. September 2008 - 11:33 Uhr

    darauf hat die welt gewartet :)

  2. Eintrag Nr: 2 von: schippe
    Sonntag. 21. September 2008 - 14:03 Uhr

    nice mr. davidhellmann.com!!!

  3. Eintrag Nr: 3 von: David Hellmann
    Mittwoch. 24. September 2008 - 22:33 Uhr

    Erst weinen alle das es nicht schnell genug geht und dann schreibt nicht mal einer was zu tomasz super Bericht :D

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